von Anke Becker-Wenzel, Wolfgang Kramer und Friedrich Kurz
FDP-Chef Guido Westerwelle sorgte in den vergangenen Tagen für Aufregung mit seinen Aussagen zu Hartz IV. Von "spätrömischer Dekadenz" sprach er, von "geistigem Sozialismus" in Zusammenhang mit den Zahlungen an die Betroffenen. Am Wochenende goss er weiter Öl ins Feuer und blieb in der "Bild am Sonntag" bei seinem Frontalangriff: "Ich spreche aus, was die schweigende Mehrheit denkt." Kanzlerin Merkel hatte sich zuvor deutlich von Westerwelles Äußerungen distanziert und sagte: "Das ist nicht mein Duktus." [mehr]
FDP-Chef Westerwelle betreibe seine Debatte auf dem Rücken der Opfer von Hartz IV und Arbeitslosigkeit. Gustav A. Horn vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturentwicklung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung drängt auf die Einführung eines Mindestlohns. "In keinem andern Land der OECD hat sich die Ungleichheit so stark erhöht wie in Deutschland". Das Bild, das Westerwelle von Deutschland entwerfe, so Horn im Interview mit Frontal21, sei falsch und stamme wohl aus einer anderen Zeit. [Video starten]
Es mangelt Arbeitslosen nicht an Arbeitsmoral. Zu diesem Schluss kommt nach einer mehrjährigen Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der Arbeitsmarktexperte Karl Brenke im Interview mit Frontal21. Der allergrößte Teil der Arbeitslosen wolle arbeiten. Stattdessen fehlten massenhaft Arbeitsplätze. Falsch, so Brenke, seien auch Behauptungen, Hartz IV-Empfänger hätten mehr Einkommen als Arbeitnehmer mit Niedriglöhnen. [Video starten]
Beim Kölner U-Bahn-Bau hat die staatliche Bauaufsicht offenbar versagt - zumindest bis zum Einsturz des historischen Stadtarchivs am 3. März 2009. Gegenüber Frontal21 räumen die Verantwortlichen der technischen Aufsichtsbehörde im Düsseldorfer Regierungspräsidium ein, dass eine Ingenieurin der staatlichen Bauaufsicht zwar alle "zwei bis drei Monate auf der Baustelle gewesen" sei, dabei aber keine Begehungsprotokolle angefertigt habe. [mehr]
von Lutz Ackermann, Christian Esser und Astrid Randerath
Nach Recherchen von Frontal21 hat das private Aus- und Weiterbildungsunternehmen "Easy2learn" Lokführer über Jahre nur zum Schein ausgebildet und dafür Fördergelder von der Bundesagentur für Arbeit erhalten. "Es geht um mehrere Millionen Euro, die hier eingesackt wurden", erklärt Helmut Diener, Geschäftsführer des Arbeitnehmer- und Verbraucherschutzvereins "Mobifair". [mehr]
von Joachim Bartz, Reinhard Laska und Christian Rohde
Die europäische Gemeinschaftswährung Euro gerät durch Spekulanten und die desolate Finanzlage einiger Euro-Staaten wie Griechenland immer mehr unter Druck. Gegenüber dem Dollar hat der Euro innerhalb weniger Wochen fast 20 Cent verloren und ist weiter unter Druck. Viele Menschen sind besorgt, dass eine steigende Inflation droht und der Euro zur Weichwährung wird. Die deutsche Politik lehnt Finanzhilfen für überschuldete Länder in der Euro-Zone nach wie vor strikt ab. [mehr]
Der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) ist erbost darüber, dass die Defizitkriterien für den Euro von vielen Ländern in den vergangenen Jahren nicht eingehalten wurden. Waigel sagte im Frontal21-Interview: "Mich ärgert, dass ausgerechnet Deutschland drei oder vier mal hintereinander die Kriterien gebrochen hat." Es habe nicht immer genügend Druck auf Länder gegeben, die sich nicht an die Stabilitätskriterien des Maastrichter Vertrags gehalten haben. Waigel gilt als Vater des Euro und des Stabilitätspaktes. [Video starten]
Bekommt die EU das Problem mit Griechenland nicht in den Griff, müssten die Griechen die Eurozone verlassen. Der Euro würde dann zerbrechen, sagt Philip Gisdakis, Analyst der Bank Unicredit, im Interview mit Frontal21. In der EU- Kommission hätten Verantwortliche schon 2001 zur Einführung des Euros gewusst, dass Griechenland Statistiken geschönt habe und nur aus politischen Gründen aufgenommen wurde, so Gisdakis weiter. [Video starten]
Schunkeln, fröhlich und immer dabei sein: Der Rheinländer nimmt es karnevalistisch locker. Immer. Und wenn dann auch noch ein bisschen Kohle dabei rumkommt, macht ihn das gleich noch heiterer. [Video starten]
Das Polit-Magazin Frontal21 ist jetzt mit einer Fan-Seite bei Facebook vertreten. Facebook ist mit rund 400 Millionen Nutzern das weltweit größte Netzwerk, in dem Freunde Kontakt halten und sich gegenseitig Empfehlungen geben. [mehr]